Abszess unter der Achsel - was jetzt hilft und wann zum Arzt?

25. August 2026

Hautirritationen und Rötungen unter der Achsel, die auf einen Abszess hindeuten. Informationen zu Ursachen und Symptomen von Abszessen in der Achsel.

Inhaltsverzeichnis

Ein schmerzhafter Knoten unter dem Arm, der sich heiß anfühlt und Eiter bildet, ist meist mehr als eine harmlose Hautreizung. Ein Abszess unter der Achsel lässt sich oft gut behandeln, sollte aber nicht ausgedrückt oder selbst aufgestochen werden. Ich zeige, woran man ihn erkennt, was kurzfristig hilft und wann ärztliche Hilfe nötig ist.

Die wichtigsten Schritte bei einem eitrigen Knoten

  • Nicht ausdrücken oder aufstechen, da sich die Infektion dadurch ausbreiten kann.
  • Warme, feuchte Umschläge für etwa 10 bis 15 Minuten können die Reifung unterstützen.
  • Fieber, rasch zunehmende Rötung oder starke Schmerzen sind Gründe für eine zeitnahe ärztliche Untersuchung.
  • Ein einzelner kleiner Abszess wird häufig durch eine ärztliche Eröffnung und Entleerung behandelt.
  • Wiederkehrende Knoten in Achselhöhlen oder Leisten können auf Hidradenitis suppurativa hinweisen.

Hautirritationen und Rötungen unter der Achsel, die auf einen Abszess hindeuten. Informationen zu Ursachen und Symptomen von Abszessen in der Achsel.

Was hinter dem Knoten unter dem Arm stecken kann

Bei einem Abszess sammelt sich Eiter in einem abgekapselten Hohlraum unter der Haut. Häufig beginnt das Ganze an einem entzündeten Haarfollikel, nach einer kleinen Verletzung oder durch eingewachsene Haare. Rasur, Reibung, Schweiß und enge Kleidung können die Haut zusätzlich reizen, sind aber nicht automatisch die alleinige Ursache.

Ein solcher Knoten ist nicht dasselbe wie jeder tastbare Knubbel in der Achsel. Auch ein vergrößerter Lymphknoten, eine entzündete Schweißdrüse oder eine oberflächliche Follikulitis kommen infrage. Aus meiner Sicht ist genau diese Unterscheidung wichtig, weil ein Lymphknoten nicht von selbst „ausgedrückt“ werden kann und eine andere Abklärung braucht.

Typische Veränderung Woran sie eher erinnert Was sinnvoll ist
Roter, heißer, stark druckschmerzhafter Knoten mit möglichem Eiterpunkt Abszess oder Furunkel Nicht manipulieren und bei Zunahme ärztlich untersuchen lassen
Kleiner oberflächlicher roter Punkt nach Rasur Entzündeter Haarfollikel Rasur pausieren und Haut schonen
Tieferer, eher fester Knoten ohne sichtbaren Eiter Vergrößerter Lymphknoten oder andere Ursache Bei Persistenz oder Wachstum ärztlich abklären lassen
Mehrere wiederkehrende Knoten, Narben oder nässende Gänge Hidradenitis suppurativa Termin bei Hausarzt oder Hautarzt vereinbaren

Woran ich einen Abszess erkenne

Typisch ist ein geröteter, warmer und deutlich schmerzhafter Knoten. Die Mitte kann weicher sein als der Rand und sich bei leichtem Druck gespannt anfühlen. Manchmal sieht man einen gelblichen Punkt oder der Abszess entleert sich spontan.

Die Größe allein entscheidet nicht darüber, wie ernst die Veränderung ist. Ein kleiner Abszess kann sehr schmerzen, während ein größerer zunächst weniger Beschwerden verursacht. Eine zunehmende Rötung, pochender Schmerz oder eine gespannte Haut zeigen mir jedoch, dass die Entzündung aktiv ist und nicht einfach mit einer normalen Hautirritation verwechselt werden sollte.

Was gegen einen gewöhnlichen Hautausschlag spricht

Ein Ausschlag besteht meist aus mehreren Flecken, Bläschen oder schuppenden Stellen. Ein Abszess ist dagegen eher ein klar begrenzter, tieferer Knoten, in dem sich Flüssigkeit oder Eiter gesammelt hat. Juckreiz steht oft nicht im Vordergrund, dafür Druckschmerz und Wärme.

Eine sichere Diagnose ist aus der Ferne trotzdem nicht möglich. Besonders bei einem tief sitzenden Knoten ohne sichtbare Hautveränderung sollte man nicht selbst von einem Abszess ausgehen.

Was zu Hause zunächst helfen kann

Bei einem kleinen, oberflächlichen Knoten ohne Fieber kann man die Stelle kurzfristig beobachten und die Haut entlasten. Ich empfehle einen warmen, feuchten Umschlag für 10 bis 15 Minuten, etwa drei- bis viermal täglich. Die Wärme kann die Durchblutung fördern und die spontane Entleerung unterstützen, sie ersetzt aber keine Behandlung, wenn der Befund größer oder zunehmend schmerzhaft wird.

  • Vor und nach jeder Berührung die Hände gründlich waschen.
  • Die Achsel trocken und sauber halten, ohne stark zu reiben.
  • Rasur, Deodorant und parfümierte Produkte an dieser Stelle pausieren.
  • Bei spontaner Entleerung den Eiter vorsichtig ablaufen lassen, aber nicht nachdrücken.
  • Die Stelle mit einer sauberen, nicht haftenden Kompresse abdecken und diese regelmäßig wechseln.
  • Handtücher, Waschlappen und Kleidung nicht gemeinsam mit anderen benutzen.

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können für manche Menschen geeignet sein. Ich würde mich dabei an die Packungsbeilage halten und in der Apotheke nachfragen, wenn Schwangerschaft, Magenprobleme, Nierenerkrankungen, Blutverdünner oder andere Medikamente eine Rolle spielen. Antibiotische Salben, ätherische Öle und aggressive Hausmittel sind keine verlässliche Lösung und können die gereizte Haut zusätzlich schädigen.

Der häufigste Fehler ist, den Knoten mit einer Nadel zu öffnen oder kräftig auszudrücken. Dadurch können Bakterien tiefer ins Gewebe gelangen. Auch wenn kurzzeitig Eiter abläuft, bleibt die abgekapselte Entzündung möglicherweise bestehen.

Wann ärztliche Hilfe wichtig wird

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn der Knoten innerhalb von 24 bis 48 Stunden nicht klar besser wird, weiter wächst oder die Schmerzen zunehmen. Das gilt besonders bei einem tiefen, harten oder ungewöhnlich großen Befund, bei unklarer Ursache oder wenn sich die Rötung über die Achsel hinaus ausbreitet.

Am selben Tag abklären lassen

  • Fieber, Schüttelfrost oder deutliches Krankheitsgefühl
  • schnell zunehmende Rötung, Schwellung oder Überwärmung
  • rote Streifen, die vom Knoten wegführen
  • starke Schmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit des Arms
  • Diabetes, eine Immunschwäche oder eine Behandlung mit Immunsuppressiva
  • mehrere Abszesse oder häufig wiederkehrende Entzündungen

Bei schweren Allgemeinsymptomen, Verwirrtheit, Kreislaufproblemen oder Atemnot sollte man in Deutschland 112 wählen. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten ist die 116117 eine passende Anlaufstelle.

Wie die Behandlung beim Arzt aussieht

Der Arzt oder die Ärztin beurteilt zunächst Größe, Tiefe, Hautumgebung und mögliche Ursachen. Wenn sich tatsächlich Eiter angesammelt hat, wird der Abszess häufig unter örtlicher Betäubung vorsichtig geöffnet und entleert. Diese kleine chirurgische Maßnahme wirkt oft besser als ein Antibiotikum allein, weil der Eiter aus dem abgeschlossenen Hohlraum heraus muss.

Je nach Befund bleibt die Öffnung für kurze Zeit offen, damit Sekret weiter ablaufen kann. Eine Wundkontrolle ist dann wichtig. Antibiotika sind nicht bei jedem Abszess nötig, kommen aber eher infrage, wenn sich die Infektion ausbreitet, Fieber besteht, mehrere Stellen betroffen sind oder besondere Risiken vorliegen.

Bei wiederkehrenden oder ungewöhnlichen Abszessen kann zusätzlich ein Abstrich oder eine mikrobiologische Untersuchung sinnvoll sein. So lässt sich besser entscheiden, ob ein bestimmter Keim beteiligt ist und welche Behandlung passt.

Wenn die Knoten immer wiederkommen

Wiederkehrende schmerzhafte Knoten in den Achselhöhlen, Leisten oder unter der Brust können zu einer Hidradenitis suppurativa passen. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, nicht um mangelnde Körperpflege. Hinweise sind mehrere Knoten, wiederholtes Aufbrechen, Narben oder kleine Verbindungsgänge unter der Haut.

In diesem Fall reicht es meist nicht, jede einzelne Stelle nur vorübergehend zu behandeln. Eine hautärztliche Abklärung kann helfen, Entzündungen früh zu bremsen und Narben zu vermeiden. Lockere Kleidung, weniger Reibung und eine sanfte Reinigung unterstützen die Haut, ersetzen aber keine gezielte Therapie.

Mein wichtigster Rat bleibt deshalb einfach: nicht ausdrücken, Veränderungen beobachten und bei Verschlechterung früh handeln. Ein einzelner kleiner Knoten heilt manchmal mit Wärme und Schonung ab, ein zunehmender oder wiederkehrender Abszess gehört jedoch in ärztliche Hände.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Warme, feuchte Umschläge für 10 bis 15 Minuten, etwa drei- bis viermal täglich, können die spontane Entleerung unterstützen. Halten Sie die Stelle sauber und trocken, pausieren Sie Rasur und Deodorant und drücken Sie bei einer spontanen Entleerung nicht nach. Eine saubere, nicht haftende Kompresse schützt die Wunde.

Das gilt bei Fieber, Schüttelfrost, starkem Krankheitsgefühl, schnell zunehmender Rötung, Schwellung oder Überwärmung sowie bei roten Streifen. Auch starke Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit des Arms, Diabetes, Immunschwäche, Immunsuppressiva oder mehrere Abszesse sprechen für eine zeitnahe Untersuchung.

Nach der Untersuchung wird ein mit Eiter gefüllter Abszess häufig unter örtlicher Betäubung vorsichtig geöffnet und entleert. Die Öffnung kann vorübergehend offen bleiben, damit Sekret abläuft, weshalb eine Wundkontrolle wichtig ist. Antibiotika sind nicht bei jedem Abszess nötig, sondern eher bei Ausbreitung, Fieber, mehreren betroffenen Stellen oder besonderen Risiken.

Hinweise sind mehrere wiederkehrende Knoten in den Achselhöhlen, Leisten oder unter der Brust, wiederholtes Aufbrechen, Narben und nässende Verbindungsgänge. Eine hautärztliche Abklärung kann helfen, die Entzündung früh zu behandeln und Narben zu vermeiden.

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furunkel hidradenitis suppurativa lymphknoten wundversorgung hautabszess

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Gabriele Geiger

Gabriele Geiger

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