Seborrhoisches Ekzem erkennen und richtig behandeln

20. Juli 2026

Hautpartien im Gesicht, besonders um Nase und Mund, zeigen gerötete, schuppige Stellen, typisch für seborrhoisches Ekzem.

Inhaltsverzeichnis

Rote Stellen, fettige Schuppen an der Kopfhaut oder ein hartnäckiger Ausschlag neben der Nase sind unangenehm und werden leicht mit trockener Haut, Rosazea oder Psoriasis verwechselt. Dieser Beitrag erklärt, woran ein seborrhoisches Ekzem typischerweise zu erkennen ist, welche Rolle der Hefepilz Malassezia spielt, was im Alltag wirklich hilft und wann eine dermatologische Abklärung sinnvoll wird.

Die wichtigsten Hebel liegen bei einer sanften Pflege und konsequenten Behandlung

  • Nicht ansteckend und meist durch mehrere Faktoren bedingt
  • Kopfhaut, Augenbrauen, Nasenfalten und Ohren sind besonders häufig betroffen
  • Antipilz-Shampoos oder Cremes können Schuppen und Entzündung lindern
  • Kortison im Gesicht nur kurzzeitig und möglichst nach ärztlicher Empfehlung anwenden
  • Wiederkehrende Schübe sind bei Erwachsenen häufig und kein Zeichen mangelnder Hygiene

Nahaufnahme eines Mannes mit geröteter Haut und gelblichen Schuppen an Stirn und Schläfen, Anzeichen von seborrhoischem Ekzem.

Woran man eine seborrhoische Dermatitis erkennt

Typisch sind gelbliche oder weißliche, eher fettige Schuppen auf geröteten Hautstellen. Häufig sitzen sie an der behaarten Kopfhaut, am Haaransatz, zwischen den Augenbrauen, in den Nasenfalten, an den Ohren oder hinter den Ohren. Auch Brustbein, oberer Rücken und Hautfalten können betroffen sein.

Der Juckreiz fällt oft milder aus als bei einer Neurodermitis. Manche Menschen spüren fast nichts, während andere über Brennen, Spannungsgefühl oder deutliches Kratzen klagen. Auf dunkler Haut kann die Entzündung anders wirken als auf heller Haut, weshalb die Rötung nicht immer sofort auffällt.

Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung meist chronisch in Schüben. Im Sommer wird die Haut bei manchen Betroffenen ruhiger, während Kälte, trockene Heizungsluft, Stress oder Schlafmangel einen neuen Schub begünstigen können. Das bedeutet nicht, dass die Erkrankung dauerhaft stark bleiben muss. Sie braucht aber oft eine längerfristige Pflegeroutine.

Warum die Haut entzündet reagiert

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich Malassezia, eine Hefepilzart, die bei fast allen Menschen zur normalen Hautflora gehört. Bei entsprechender Veranlagung kann die Haut auf diesen Keim und auf die beim Fettabbau entstehenden Stoffe stärker reagieren.

Auch eine erhöhte Talgproduktion, eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Einflüsse und eine veränderte Immunabwehr können beteiligt sein. Bestimmte neurologische Erkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem gehen ebenfalls häufiger mit ausgeprägten Verläufen einher.

Was ich besonders wichtig finde: Das Ekzem hat nichts mit schlechter Hygiene zu tun. Häufiges Waschen mit aggressiven Shampoos oder starkem Reiben kann die Hautbarriere sogar zusätzlich reizen. Die Erkrankung ist außerdem nicht ansteckend und wird nicht durch gemeinsam benutzte Handtücher übertragen.

Was bei Kopfhaut und Gesicht wirklich hilft

Die Kopfhaut gezielt behandeln

Bei Schuppen auf der Kopfhaut kommen medizinische Shampoos mit Wirkstoffen wie Ketoconazol, Ciclopirox, Selendisulfid oder Pirocton-Olamin infrage. Sie werden nicht wie ein gewöhnliches Shampoo sofort ausgespült, sondern müssen je nach Produkt einige Minuten einwirken. Häufig erfolgt die Anwendung in der akuten Phase etwa zweimal wöchentlich über mehrere Wochen.

Die genaue Dosierung richtet sich nach der Packungsbeilage und dem verwendeten Wirkstoff. Sobald die Beschwerden zurückgehen, kann eine Erhaltungspflege in größeren Abständen sinnvoll sein. Wer das Shampoo nur einmal benutzt und bei ausbleibender Sofortwirkung absetzt, beurteilt die Behandlung meist zu früh.

Entzündete Stellen im Gesicht beruhigen

Für Gesicht, Ohren oder Brust kommen oft Cremes mit einem Antipilzmittel infrage. Sie werden in der Regel über einen begrenzten Zeitraum angewendet. Eine leichte, parfümfreie Pflege unterstützt die Hautbarriere, sollte aber nicht sehr fettig oder okklusiv sein.

Bei starker Rötung und Entzündung kann ärztlich vorübergehend eine kortisonhaltige Creme verordnet werden. Im Gesicht ist Zurückhaltung besonders wichtig, weil eine längere oder unkontrollierte Anwendung die Haut verdünnen, Gefäße sichtbarer machen oder eine steroidbedingte Rosazea auslösen kann. Für häufige Rückfälle kommen manchmal kortisonfreie entzündungshemmende Wirkstoffe wie Tacrolimus oder Pimecrolimus infrage.

Lesen Sie auch: Couperose im Gesicht - Was hilft gegen Rötungen und Äderchen?

Was die Pflege eher verschlechtert

  • Sehr heißes Wasser und kräftiges Rubbeln
  • Alkoholhaltige Gesichtswässer und stark parfümierte Produkte
  • Ätherische Öle oder unverdünntes Teebaumöl auf entzündeter Haut
  • Grobes Abkratzen der Schuppen
  • Eine dicke Make-up-Schicht über aktiven Entzündungen

Salicylsäure oder harnstoffhaltige Produkte können festsitzende Schuppen lösen, sind im Gesicht aber nicht immer gut verträglich. Bei empfindlicher Haut würde ich zuerst die Entzündung kontrollieren und erst danach vorsichtig an die Schuppung gehen.

Seborrhoisches Ekzem, Rosazea oder Psoriasis

Die drei Hautbilder können sich überschneiden. Eine sichere Unterscheidung gelingt häufig erst durch die Kombination aus Körperstelle, Aussehen, Verlauf und Begleitsymptomen. Die folgende Orientierung ersetzt keine Diagnose, hilft aber bei der Einordnung.

Hautbild Typische Hinweise Was häufig verwechselt wird
Seborrhoische Dermatitis Fettige Schuppen, eher dünne Rötung, Kopfhaut, Augenbrauen, Nasenfalten, Ohren oder Brust Trockene Kopfhaut oder Kontaktallergie
Rosazea Rötung in der Gesichtsmitte, Wärmegefühl, Flush, sichtbare Gefäße sowie manchmal Pusteln Entzündete Wangen oder gerötete Nasenfalten
Psoriasis Scharf begrenzte, oft dickere Plaques mit silbrig-weißen Schuppen, häufig am Haaransatz, an Ellbogen oder Knien Ausgeprägte Schuppung der Kopfhaut
Neurodermitis Meist trockene Haut und deutlicher Juckreiz, oft an Beugen, Hals oder Händen Juckende Ekzeme im Gesicht

Manchmal liegen Merkmale von seborrhoischer Dermatitis und Psoriasis gemeinsam vor. Fachleute sprechen dann von Sebopsoriasis. Sie kann stärker schuppen und schärfer begrenzt sein als die klassische Form, sitzt aber ebenfalls gern an der Kopfhaut und im Gesicht.

Rosazea braucht eine andere Strategie als eine Pilzbehandlung. Wer bei Gesichtsrötung immer wieder verschiedene Cremes ausprobiert, ohne auf Brennen, Hitzeempfindlichkeit oder Gefäße zu achten, kann die Haut unnötig reizen. Bei unklaren oder hartnäckigen Veränderungen ist eine dermatologische Untersuchung deshalb sinnvoll.

Wann ärztliche Hilfe wichtig wird

Eine Apotheke kann bei der Auswahl eines geeigneten Shampoos oder einer milden Pflege unterstützen. Ärztlich abklären lassen würde ich die Beschwerden jedoch, wenn sie zum ersten Mal im Erwachsenenalter stark auftreten, sich rasch ausbreiten oder nach konsequenter Behandlung über mehrere Wochen nicht besser werden.

  • Schmerzen, nässende Stellen, Eiter oder honigfarbene Krusten
  • Deutlicher Haarausfall oder kahle, entzündete Bereiche
  • Beteiligung der Augenlider mit Schmerzen oder Sehstörungen
  • Sehr ausgedehnte Veränderungen am Körper
  • Zusätzliche Symptome wie Fieber oder starkes Krankheitsgefühl
  • Geschwächtes Immunsystem oder eine Behandlung, die die Abwehr dämpft

Bei Säuglingen ist die sogenannte Milchschorf- oder Kopfgneisbildung meist harmlos und verschwindet häufig von selbst. Die Schuppen sollten nicht abgekratzt werden. Wenn die Haut stark entzündet, nässend oder ungewöhnlich ausgedehnt ist, sollte auch bei Babys eine Kinderarztpraxis die Ursache prüfen.

Eine Gewebeprobe ist normalerweise nicht nötig. Die Diagnose wird meist anhand des Hautbildes gestellt. Zusätzliche Untersuchungen kommen vor allem dann infrage, wenn eine Pilzinfektion, Kontaktallergie, Psoriasis oder bakterielle Entzündung ausgeschlossen werden muss.

Eine realistische Strategie für ruhige Haut

Das Ziel ist meistens nicht eine dauerhafte Heilung, sondern lange beschwerdearme Phasen. Entscheidend ist eine einfache Routine aus geeignetem medizinischem Shampoo, milder Reinigung, passender Pflege und einer frühzeitigen Reaktion auf neue Schuppen.

Ich halte es für hilfreicher, zwei oder drei gut verträgliche Produkte konsequent zu verwenden, als ständig neue Naturkosmetik, Öle und Hausmittel zu testen. Wenn die Beschwerden trotz dieser Routine wiederkehren, sollte die Diagnose überprüft werden. So lässt sich vermeiden, dass eine Rosazea oder Psoriasis über Monate wie ein gewöhnliches Ekzem behandelt wird.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Typisch sind gelbliche oder weißliche, eher fettige Schuppen auf geröteten Stellen. Häufig betroffen sind Kopfhaut, Haaransatz, Augenbrauen, Nasenfalten, Ohren und die Haut hinter den Ohren. Juckreiz kann mild sein, manche Betroffene verspüren eher Brennen oder ein Spannungsgefühl.

Medizinische Shampoos mit Ketoconazol, Ciclopirox, Selendisulfid oder Pirocton-Olamin können Schuppen und Entzündung lindern. Sie müssen je nach Produkt einige Minuten einwirken und werden in der akuten Phase häufig etwa zweimal wöchentlich über mehrere Wochen angewendet. Nach einer Besserung kann eine Erhaltungspflege in größeren Abständen sinnvoll sein.

Kortisonhaltige Cremes können bei starker Entzündung vorübergehend ärztlich verordnet werden. Im Gesicht sollten sie jedoch nur kurzzeitig und möglichst nach ärztlicher Empfehlung angewendet werden, da eine längere oder unkontrollierte Nutzung die Haut verdünnen, Gefäße sichtbarer machen oder eine steroidbedingte Rosazea auslösen kann.

Bei einem seborrhoischen Ekzem sind fettige Schuppen und eher dünne Rötungen an Kopfhaut, Augenbrauen, Nasenfalten oder Ohren typisch. Rosazea zeigt eher Gesichtsrötung, Wärmegefühl, Flush, sichtbare Gefäße oder Pusteln. Psoriasis verursacht oft scharf begrenzte, dickere Plaques mit silbrig-weißen Schuppen, unter anderem am Haaransatz, an Ellbogen oder Knien.

Eine dermatologische Untersuchung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden erstmals im Erwachsenenalter stark auftreten, sich rasch ausbreiten oder nach konsequenter Behandlung über mehrere Wochen nicht besser werden. Auch Schmerzen, nässende Stellen, Eiter, honigfarbene Krusten, deutlicher Haarausfall, Augenlidbeschwerden oder ein geschwächtes Immunsystem sprechen für eine ärztliche Abklärung.

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Judith Dietrich

Judith Dietrich

Seit vier Jahren beschäftige ich mich nun schon mit den Themen Gesundheit, Wellness und Naturheilkunde, und diese Zeit hat meine Faszination für das Zusammenspiel von Körper, Geist und Natur nur noch vertieft. Ich bin Judith Dietrich und es ist mir ein Anliegen, Ihnen verständliche und fundierte Informationen an die Hand zu geben. Meine Arbeit konzentriert sich darauf, komplexe Zusammenhänge aus der Welt der Naturheilkunde so aufzubereiten, dass sie für jeden nachvollziehbar werden. Dabei lege ich Wert darauf, aktuelle Erkenntnisse mit bewährten Methoden zu verbinden und Ihnen stets nützliche und verlässliche Einblicke zu bieten, die Sie für Ihr eigenes Wohlbefinden nutzen können.

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